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Europa - ein Kontinent, 50 Länder und unzählige verschiedene Kulturen. 28 dieser Staaten sind als Gemeinschaft in einem Bund vereint, in der Europäischen Union. Doch diese Union ist von Krisen und Uneinigkeiten durchzogen, wobei als Paradebeispiel der sogenannte "Brexit" genannt werden kann. Zu diesem hochaktuellen Thema luden vor kurzem Prof. Paolo Debertol und Prof. Vasyl Demchuk zu einer Podiumsdiskussion an der TFO "Max Valier" in Bozen.

Interessante Referenten wie Landesrätin Frau Dr. Waltraud Deeg, die Leiterin der Abteilung Europa in der Landesverwaltung, Frau Dr. Martha Gärber dalle Ave, und der Landesdirektor der Caritas, Herr Dr. Paolo Valente, beteiligten sich an dieser Diskussion. Frau Direktor Barbara Willimek eröffnete die Veranstaltung mit dem Bespiel eines Reisepasses, den sie vor etwa 40 Jahren beantragen musste, um in Österreich studieren zu können. Diesbezüglich ist heute vieles einfacher geworden, Grenzen sind fast verschwunden – dank der Europäischen Union. Dies unterstrich auch Landesrätin Frau Dr. Waltraud Deeg, die von weiteren Beispielen wie z.B. dem freien Warenverkehr, der besonderen Wichtigkeit der Wirtschaft und von der Sicherung der Werte wie Demokratie, Freiheit und Gleichheit sprach und damit hervorhob, dass die Europäische Union aus unserem Alltag und aus der Welt nicht mehr wegzudenken sei.

Beim Thema Flüchtlingskrise teilen sich jedoch die Meinungen vieler Europäer. Es herrscht Angst vor Überfremdung, vor dem Verlust der eigenen Kultur. Herr Valente wies in diesem Zusammenhang jedoch auf Studien einiger Südtiroler Bürgermeister hin, welche zeigen, dass z.B. trotz großer Skepsis am Beginn sich einige Monate nach der Aufnahme der Fremden die Stimmung im jeweiligen Ort durchaus gebessert habe. Man solle, so Valente, eine Krise auch als Chance betrachten, wovon die Überwindung einiger Schwierigkeiten innerhalb der EU in der Vergangenheit bereits Zeugnis ablegen.

Prof. Demchuk schloss mit den Worten:“ Wir müssen engagiert und motiviert sein, denken und gut überlegen, um zur Gewissheit zu gelangen, welches Europa wir haben wollen und welche Werte es vertreten soll.“ Und mit diesen Gedanken sollen vor allem die Jugendlichen angesprochen werden, an denen es liege, nicht zu schweigen, auch wenn manchmal die Verantwortlichen, ja wenn die Welt schweigt, wie z.B. Papst Franziskus meinte.

Das Europa der Zukunft wird von uns geformt. Es liegt an uns zu entscheiden, in welchem Europa wir leben wollen.

Autorin: Sabine Rampold